MokkaBarock – Die Route des Kaffees in Musik
Selbst wer nicht unbedingt ein Freund barocker Kammermusik ist, wurde schon durch den Namen des Ensembles – MokkaBarock – aufmerksam auf das letzte Konzert des heurigen Kultursommers St. Paul. Die Idee, die Verbreitung des Genussgetränks Kaffee von Äthiopien aus ab dem 15. Jahrhundert über Europa und die Welt mit der Musik der verschiedenen Regionen zu verbinden, ergab interessante Querverbindungen und Vergleichsmöglichkeiten. Beginnend mit einem türkischen Stück wurde die Route des Kaffees über Venedig, Paris, Wien und Leipzig bis nach Buenos Aires musikalisch dargestellt, wobei bekannte Komponisten wie Corelli, Vivaldi, Marais, Lully, Telemann, Bach und Piazzolla nicht fehlen durften. Tabea Seibert und Florian Brandstätter, die beiden großartigen Solisten auf der Blockflöte zeigten beeindruckend die Möglichkeiten barocker Virtuosität auf dem heute oft wenig geachteten Instrument. In der Begleitung war der Ersatz eines Cellos durch ein Fagott nicht immer die beste Wahl, weil die Theorbe damit zum Teil verdeckt wurde. Angenehm fiel aber der weiche Klang des Cembalos auf. Insgesamt aber öffnete das international ausgezeichnete Salzburger Ensemble mit diesem Programm abschließend noch eine neue Tür im KUSO der Kontrapunkte. Vollendet wurde das Flair des Konzertthemas durch den Duft von Kaffee, der in der Pause auch genossen werden konnte.
Bericht: Robert Gritsch