Mythologisch anmutend – Frigg ist die Gemahlin Odins und die nordische Schutzgöttin der Fruchtbarkeit, der Ehe und des heimischen Herds – aber musikalisch sehr erdig erreichte die Musik der Finnischen Folkband den Nerv des Publikums beim KUSO-Konzert im Konviktsaal in St. Paul. Die sechsköpfige Gruppe, bei der die 3 Fiddeln die Hauptrolle spielen, wird mit Kontrass, Mandoline und Gitarre komplettiert. Wie bei jeder Volksmusik spürt man auch bei der finnischen, deren Verbindungen bis zur irischen Musik und zum Bluegrass erkennbar sind, den Impuls, der zum Tanz anregen soll. Und so ist diese Musik auch gestrickt: die 3 Fiddeln spielen in beinahe alpenländischer Dreistimmigkeit die Melodie, die mit vielen Wiederholungen und Variationen einen „Drive“ erzeugt, der durch rhythmische Überraschungen, Pausen und ideenreiche Schlüsse intensiviert wird. Typisch aber ist das meistens große Tempo, das durch die ununterbrochene Bewegung in Sechzehntelnoten die Zuhörer in ihren Bann zieht. Dazu kommt die harmonische Unterlegung mit Mandoline und Gitarre und der Brustton des Basses. Dabei geht es nicht um artistische Höchstleistungen, sondern um die körperliche Energie, die sich auf das Publikum überträgt. Mit ihrem Konzept der künstlerischen Bearbeitung und Neuerfindung ist Frigg seit 25 Jahren erfolgreich unterwegs und wurde auch in St. Paul begeistert aufgenommen.
Bericht: Robert Gritsch