Zwischen Kunstlied und Volkslied – Katrin Koch begeisterte beim St. Pauler Kultursommer
Als die Ausführenden des Abends mit ihrer ruhigen, bodenständigen Präsenz die Bühne des Konvikts-Festsaals betraten und die ersten Töne von Klavier und Gesang erklangen, war sofort spürbar: Dies sollte kein pompöser Abend werden, sondern ein intimes, feinfühlig gestaltetes Konzerterlebnis. Christian Koch begleitete am Klavier mit großer Sicherheit und feinem Gespür die klare, angenehm timbrierte Stimme der aus Reichenfels gebürtigen Sopranistin Katrin Koch. Für eine zusätzliche musikalische Bereicherung sorgte Xinyi Zhang an der Violine, die mit souveränem Spiel, schöner Phrasierung und ihrem ausgeprägten Gefühl für musikalische Nuancen das Publikum begeisterte. Das Konzert unter dem Titel „Kunstlied kontra Volkslied“ überzeugte eindrucksvoll davon, dass diese beiden Begriffe keineswegs im Widerspruch zueinanderstehen, sondern vielmehr in einen lebendigen Dialog treten können. Im ersten Teil des Programms erklangen farbenreiche Harmonien der Romantik und Spätromantik – getragen von lyrischer Tiefe und dramatischer Ausdruckskraft. Eine Hommage an Hubert Steppan, den langjährigen Musikpädagogen und Stiftskapellmeister in St. Paul, bildete ein würdiges Zwischenspiel, ehe der Abend mit einem Medley aus Wiener und Kärntner Liedern seinen heiteren Ausklang fand. Gerade der letzte Abschnitt wirkte wie eine musikalische Katharsis: die Erlösung individueller Spannungen durch die unbeschwerte Lebensfreude des Volkslieds.